Regionale Tourismus-Feeds & DZT Open Data anbinden
Über 200.000 touristische Datensätze stehen als Open Data bereit. Wie Kommunen den DZT-Knowledge-Graph und regionale Feeds anbinden, statt alles von Hand zu pflegen.

Ein Weinfest im Nachbarort, die neuen Öffnungszeiten des Heimatmuseums, ein saisonaler Wanderweg mit Einkehrmöglichkeit: Touristische Informationen entstehen an vielen Stellen gleichzeitig. Und genau darin liegt das Problem. Wer als Kommune Gäste und Bürger:innen gut informieren möchte, pflegt diese Angaben oft mehrfach von Hand ein – auf der Website, im Veranstaltungskalender, in Flyern und in einer App. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie touristische Daten aus dem Knowledge-Graph der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und aus regionalen Open-Data-Quellen automatisch anbinden, statt Termine und Angebote immer wieder abzutippen.
Das Problem: Tourismusdaten mehrfach pflegen
In vielen Gemeinden liegen touristische Inhalte verstreut. Points of Interest (POIs), Öffnungszeiten, Veranstaltungstermine und Angebote stecken in unterschiedlichen Systemen – im Content-Management der Website, in der Software des Tourismusverbands, in Excel-Listen der Verwaltung und manchmal nur im Kopf einzelner Mitarbeitender.
Diese Doppel- und Dreifachpflege kostet nicht nur Zeit, sie führt vor allem zu Fehlern. Ändert ein Museum seine Winteröffnungszeiten, wird das an einer Stelle korrigiert und an drei anderen vergessen. Gäste stehen dann vor verschlossenen Türen, Bürger:innen ärgern sich über veraltete Termine, und das Vertrauen in die digitalen Angebote der Gemeinde sinkt. Je mehr Kanäle bespielt werden, desto größer wird das Risiko widersprüchlicher Informationen.
- Öffnungszeiten weichen zwischen Website, App und Aushang voneinander ab
- Veranstaltungen tauchen doppelt oder gar nicht auf
- Angebote aus Nachbarorten bleiben unsichtbar, weil niemand sie pflegt
- Mitarbeitende verbringen Stunden mit reiner Übertragungsarbeit
Was Open Data im Tourismus bedeutet
Open Data beschreibt Daten, die offen, frei nutzbar und maschinenlesbar bereitgestellt werden. Im Tourismus sind das etwa POIs, Events und Öffnungszeiten, die nicht als PDF oder Bild, sondern in strukturierter Form vorliegen – so, dass Plattformen und Apps sie automatisch auslesen und weiterverarbeiten können (Stand 2026, bitte prüfen).
Der Grundgedanke lautet: einmal pflegen, überall nutzen. Wer eine Veranstaltung an einer zentralen Stelle korrekt erfasst, kann sie über offene Schnittstellen an beliebig viele Zielsysteme ausspielen. Statt jede Plattform einzeln zu füttern, fließen die Daten von der Quelle automatisch dorthin, wo sie gebraucht werden. Für Kommunen bedeutet das weniger Handarbeit und deutlich weniger Fehlerquellen.
Der DZT-Knowledge-Graph
Ein zentraler Baustein dieser Idee ist der Knowledge-Graph der Deutschen Zentrale für Tourismus. Dabei handelt es sich um ein bundesweit koordiniertes Datennetz, das touristische Daten aus allen 16 Bundesländern maschinenlesbar bündelt. Nach öffentlich verfügbaren Angaben stehen darüber weit über 200.000 nutzbare Datensätze bereit, zugänglich unter anderem über open-data-germany.org (Stand 2026, bitte aktuelle Zahlen und Verfügbarkeit prüfen).
Der Knowledge-Graph verbindet Datensätze semantisch miteinander: Ein Ort, eine Veranstaltung und ein Angebot werden nicht als isolierte Einträge behandelt, sondern in Beziehung gesetzt. So lassen sich touristische Informationen gezielt abfragen und in eigene Anwendungen einbinden.
Gespeist wird dieses Netz von den Landes- und Regionalportalen. Die Content-Netzwerke der Bundesländer erfassen touristische Inhalte auf regionaler Ebene und geben sie in den bundesweiten Graph weiter. Für eine einzelne Gemeinde heißt das: Die Daten der eigenen Region und der Nachbarorte sind bereits an einer Stelle gebündelt, statt bei jedem Anbieter einzeln zusammengesucht werden zu müssen.
Welche Feeds sich lohnen
Nicht jede Datenquelle ist für jede Kommune gleich relevant. Sinnvoll ist es, mit den Feeds zu beginnen, die den größten Mehrwert für Gäste und Bürger:innen bringen und gleichzeitig die meiste Handarbeit ersparen.
- DZT- und Landes-Knowledge-Graphs für überregionale POIs und Angebote
- Regionale Veranstaltungskalender für aktuelle Termine
- Feeds der örtlichen und regionalen Tourismusverbände
- Daten aus Nachbarorten, um die Region statt nur die Ortsgrenze abzubilden
Gerade kleinere Gemeinden profitieren davon, Angebote der Umgebung einzublenden. Ein Ort allein hat vielleicht wenige Attraktionen – als Teil einer Region wird das Freizeitangebot für Gäste jedoch sofort attraktiver.
Wie die Anbindung technisch läuft
Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Praxis: Statt Inhalte per Copy-and-Paste zu übertragen, werden die Datenquellen über Schnittstellen und Feeds direkt angebunden. Möglich macht das ein gemeinsamer Standard. schema.org sorgt als semantisches Vokabular dafür, dass Daten strukturiert und einheitlich beschrieben werden – ein Event, ein Ort oder eine Öffnungszeit sieht für jedes System gleich aus.
Ist eine Quelle angebunden, läuft der Abgleich automatisch. Neue Veranstaltungen erscheinen, geänderte Öffnungszeiten aktualisieren sich, abgelaufene Termine verschwinden – ohne dass jemand eingreifen muss. Die Kommune braucht dafür vor allem eine Plattform, die die passenden Schnittstellen unterstützt und die eingehenden Daten sauber darstellt. Die technische Komplexität bleibt bei der Software; die Verwaltung muss keine eigene Programmierung leisten.
Datenqualität und Rechte
Automatisch heißt nicht sorglos. Wer fremde Daten nutzt, sollte die jeweilige Lizenz und die Vorgaben zur Quellenangabe beachten. Open Data ist in der Regel frei nutzbar, kann aber an Bedingungen wie die Nennung der Quelle geknüpft sein (Stand 2026, bitte prüfen). Das ist keine Rechtsberatung – im Zweifel klären Sie die konkreten Nutzungsbedingungen mit dem jeweiligen Datenanbieter.
Für die eigenen Inhalte bleibt die Kommune verantwortlich. Angebundene Feeds ersetzen die Pflege der Daten also nicht vollständig, sondern verlagern sie an die richtige Stelle: Eigene Veranstaltungen und Angebote pflegen Sie einmal an der Quelle, überregionale Inhalte kommen automatisch über die Schnittstellen dazu.
Fazit: aktuelle Inhalte ohne Handarbeit
Touristische Daten mehrfach zu pflegen, ist weder nötig noch zeitgemäß. Mit dem DZT-Knowledge-Graph und regionalen Open-Data-Feeds steht ein riesiger, maschinenlesbarer Datenbestand bereit, den Kommunen nutzen können, statt Termine und Angebote von Hand abzutippen. Der Standard schema.org und offene Schnittstellen machen aus vielen verstreuten Quellen einen automatisierten Datenfluss.
Genau hier setzt die Gemeinde-App an. Über die Funktionen "Aus verschiedenen Datenquellen" und "Integration verschiedenster Quellen" bindet sie touristische Feeds und Open-Data-Angebote direkt an. Das Feature "Kein Pflegeaufwand" sorgt für den automatischen Abgleich mit externen Datenbanken: Veranstaltungen und Angebote der Region erscheinen von selbst, ohne dass die Verwaltung sie abtippt. So bündeln Sie Bürgerinfos, Verwaltung und lokales Leben werbefrei in einer App, gehostet in Deutschland und ab 19 EUR/Monat ohne Einrichtungsgebühr – wahlweise als günstige virtuelle App oder als eigene App Ihrer Gemeinde.
Einmal an der Quelle pflegen, überall aktuell: So werden touristische Feeds vom Zeitfresser zum automatischen Service für Gäste und Bürger:innen.
Sehen Sie, wie die Gemeinde-App touristische Datenquellen automatisch anbindet.