Social Media für Behörden: Risiken & sichere Alternative
Datenschutzbehörden mahnen seit Jahren Facebook-Fanpages öffentlicher Stellen an. Wir zeigen die Risiken — und eine werbefreie, datensichere Alternative für die Bürgerkommunikation.

Bürger:innen sind es gewohnt, Informationen dort abzuholen, wo sie ohnehin unterwegs sind: auf Instagram, Facebook oder YouTube. Für Kommunen liegt der Reiz auf der Hand — mit wenigen Klicks erreichen sie viele Menschen, ganz ohne eigene Infrastruktur. Doch genau hier entsteht ein Spannungsfeld, das öffentliche Stellen anders trifft als private Unternehmen: Behörden tragen eine besondere Verantwortung für den Umgang mit personenbezogenen Daten. Dieser Beitrag ordnet die Risiken ein und zeigt, welche datensichere Alternative Kommunen zur Verfügung steht.
Warum Behörden auf Social Media sind — und was das Problem ist
Reichweite ist für die Verwaltung ein hohes Gut. Wer Baustellen, Veranstaltungen, Öffnungszeiten oder Warnungen kommuniziert, möchte möglichst viele Menschen erreichen — und die sind eben auf den großen Plattformen. Das erklärt, warum so viele Rathäuser eine Facebook-Seite oder einen Instagram-Auftritt pflegen.
Das Problem: Große soziale Netzwerke finanzieren sich über Werbung und das damit verbundene Tracking. Sobald eine öffentliche Stelle einen solchen Kanal betreibt, gerät sie in die Mitverantwortung für die Datenverarbeitung ihrer Besucher:innen. Genau daran entzündet sich seit Jahren die Kritik der Datenschutzaufsichten.
Die rechtliche Lage bei Facebook-Fanpages
Bereits 2018 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass der Betreiber einer Facebook-Fanpage gemeinsam mit dem Plattformbetreiber datenschutzrechtlich (mit-)verantwortlich ist. Der oder die Bundesdatenschutzbeauftragte hat wiederholt die Auffassung vertreten, dass ein datenschutzkonformer Betrieb einer Facebook-Fanpage gegenwärtig nicht möglich sei. Kritisiert wird insbesondere, dass Tracking auch bei Personen stattfindet, die gar kein Facebook-Konto besitzen (Stand: 2026, aktuelle Rechtslage und Aufsichtshinweise bitte prüfen).
Wir maßen uns hier keine Rechtsberatung an: Die Bewertung im Einzelfall obliegt der jeweiligen Behörde und ihrer Rechtsaufsicht. Klar ist aber, dass die Aufsichtsbehörden den Betrieb kritisch bis unzulässig einordnen — und das sollte in jede Entscheidung einfließen.
Für Kommunen bedeutet das konkret: Es braucht eine dokumentierte Abwägung, ob und wie ein solcher Kanal weiterbetrieben wird. In einigen Ländern haben Aufsichten öffentliche Stellen bereits aufgefordert, ihre Fanpages abzuschalten. Wer einen Kanal behält, sollte die Datenverarbeitung transparent machen und die eigene Verantwortung nicht ausblenden.
Instagram & WhatsApp: dieselben Fragen
Die Diskussion beschränkt sich nicht auf Facebook. Auch bei Instagram stellen sich Fragen zu Metadaten, zur wirksamen Einwilligung und zum Datentransfer in die USA. WhatsApp-Kanäle liegen derzeit im Trend, weil sie unkompliziert wirken — doch auch hier bestehen datenschutzrechtliche Vorbehalte, etwa hinsichtlich der Verarbeitung von Metadaten und des US-Datentransfers.
- Instagram: Einwilligung, Metadaten und US-Datentransfer sind ungeklärt bis kritisch
- WhatsApp-Kanäle: bequem, aber mit denselben Grundproblemen behaftet
- Vor jedem Einsatz eines Plattform-Kanals eine datenschutzrechtliche Prüfung durchführen lassen
- Verantwortung und Rechtsgrundlage schriftlich dokumentieren
Es geht dabei nicht darum, einzelne Anbieter schlechtzureden. Die Kriterien sind sachlich: Wer verarbeitet welche Daten, auf welcher Grundlage, und wohin fließen sie? Diese Fragen lassen sich für die großen Plattformen bislang nicht überzeugend beantworten.
Die Alternativen im Überblick
Die gute Nachricht: Kommunen sind nicht auf die großen Plattformen angewiesen. Es gibt mehrere Wege, Bürger:innen zu erreichen, ohne deren Daten an werbefinanzierte Dritte weiterzugeben.
- Fediverse/Mastodon: behördeneigene oder öffentlich betriebene Server geben volle Kontrolle über die eigene Präsenz
- Eigene Website und Newsletter: bewährte, direkte Kanäle ohne Plattform-Zwang
- Gemeinde-App: bündelt Information, Verwaltung und lokales Leben in einer werbefreien Anwendung
Jede dieser Alternativen hat ihre Stärken. Mastodon eignet sich für den öffentlichen Dialog, der Newsletter für die treue Stammleserschaft. Die App verbindet beide Welten und geht einen Schritt weiter.
Warum die eigene App die stärkste Alternative ist
Eine Gemeinde-App ist werbefrei — es gibt keinen wirtschaftlichen Anreiz, Bürgerdaten zu Werbezwecken auszuwerten. Damit entfällt der Tracking-Zwang, der die Social-Media-Kanäle datenschutzrechtlich so heikel macht. Über Push-Benachrichtigungen erreichen Kommunen ihre Bürger:innen direkt auf dem Smartphone, ohne den Umweg über einen Plattformalgorithmus, der Reichweite drosseln oder verkaufen kann.
Hinzu kommt das Hosting auf sicheren Servern in Deutschland: Die Daten verlassen den deutschen Rechtsraum nicht, ein US-Datentransfer entfällt. Die Kommune behält die volle Datenhoheit und entscheidet selbst, welche Informationen wie verarbeitet werden. Das ist ein grundlegend anderes Modell als die Mitverantwortung für ein fremdes Werbenetzwerk.
Übergang gestalten, nicht abrupt abschalten
Ein sofortiges Abschalten aller Social-Media-Kanäle ist selten der richtige Weg — die dort erreichten Menschen würden verloren gehen. Sinnvoller ist ein paralleler Aufbau: Zuerst die datensichere Alternative etablieren, dann die vorhandene Reichweite schrittweise überführen.
- Die App früh bewerben und Bürger:innen aktiv einladen
- Über die bestehenden Kanäle regelmäßig auf die App hinweisen
- Exklusive Inhalte und Push-Warnungen als Anreiz zum Umstieg nutzen
- Erst reduzieren oder abschalten, wenn die Alternative trägt
So bleibt die Kommune erreichbar, ohne Bürgerdaten dauerhaft an Dritte abzugeben — und der Umstieg fühlt sich für alle Beteiligten wie ein Gewinn an, nicht wie ein Verlust.
Fazit
Der Betrieb von Facebook-Fanpages und ähnlichen Kanälen durch öffentliche Stellen ist rechtlich stark umstritten. Die Behörde gilt als mitverantwortlich für das Tracking ihrer Besucher:innen — selbst wenn diese kein Konto bei der Plattform haben. Kommunen sollten Social-Media-Auftritte deshalb nüchtern bewerten, dokumentieren und nach datensicheren Alternativen suchen, statt reflexartig festzuhalten oder überstürzt abzuschalten.
Die werbefreie Gemeinde-App ist genau diese Alternative: kein Tracking-Zwang, Hosting auf sicheren Servern in Deutschland und volle Datenhoheit. Mit dem News-Modul und Push-Benachrichtigungen erreichen Sie Ihre Bürger:innen direkt und verlässlich — und behalten Ihre Reichweite, ohne Bürgerdaten an werbefinanzierte Dritte abzugeben. Schon ab 19 EUR im Monat ohne Einrichtungsgebühr, wahlweise als günstige virtuelle App oder als eigene App im Namen Ihrer Kommune.
Reichweite behalten, Verantwortung wahren: Wer Bürger:innen über die eigene, werbefreie App erreicht, kommuniziert direkt — ohne Bürgerdaten an Dritte abzugeben.
So kommunizieren Sie mit Bürger:innen — werbefrei und ohne Tracking-Zwang.